Woher kommt der Fisch auf unserem Tisch?

April – Dezember 2017

Ein Citizen-Science Projekt im Wissenschaftsjahr 2016*17 zum Schutz der Fische in unseren Meeren.



Woher kommt der Fisch auf unserem Tisch?

Im Jahr der Meere und Ozeane 2016/17 wollen wir mit Euch zusammen herausfinden, wie gut die Anstrengungen zum Schutz der Fische in unseren Meeren (Fangverbote und Fangbeschränkungen) funktionieren. Sorgen sie wirklich dafür, dass es in Zukunft auch weiterhin Fische gibt? Um das herauszufinden, wollen wir untersuchen, woher der Fisch kommt, den man bei uns in Läden, Supermärkten, auf Wochenmärkten und im Restaurant bekommen kann. Das klappt aber nur mit Euch. Denn ohne Eure Hilfe könnten wir niemals in kurzer Zeit ganz vielen Fischproben von überall her bekommen und untersuchen!

Auftakt-Veranstaltung am 23. & 24. Februar 2017

Programm PDF

Phase 1:
Fischdetektiv werden!

Registriert Euch ab April hier auf dieser Website um bei unserem Forschungsprojekt als Fischdetektive mitzumachen! Zusammen wollen wir erforschen, wo die Fische, die wir essen wirklich herkommen.


Was mache ich als Fischdetektiv?

Als erstes brauchst Du ein Stück Fisch. Es kann entweder ein ganzer Fisch oder ein Filet sein. Es ist egal, ob ihr den Fisch frisch kauft, er eingefroren war oder schon gekocht ist. Geräucherte Fische oder Fische in Konserven können wir nicht gebrauchen. Eine Liste der häufigsten Fischarten, die wir heute in Deutschland essen findet ihr demnächst hier. Wählt einen oder mehrere dieser Fischarten aus! Kaufen könnte ihr den Fisch auf dem Wochenmarkt, beim Fischhändler oder im Supermarkt.

Um eine Fischprobe zu entnehmen, braucht ihr einen Probenahme-Kit. Den bekommt ihr geschickt, wenn ihr Euch für das Projekt anmeldet habt.

Gewinne eine Reise auf einem Forschungsschiff!

Als Fischdetektive könnt Ihr Unter allen Fischdetektiven verlosen wir tolle Preise, unter anderem die Mitfahrt auf einem Forschungsschiff! Weitere Informationen zu den Preisen gibt es bald auf dieser Website, es lohnt sich also wieder vorbei zu schauen!

Phase 2:
Fischprobe entnehmen und einschicken.

Um herauszufinden, wo der Fisch herkommt, ob er richtig etikettiert wurde und alt genug war, um gefangen zu werden, entnehmt ihr eine oder mehrere Fischprobe(n) und schickt sie uns.


Wie beprobe ich einem Fisch?

Wir wollen Eure Fischproben mit einem genetischen Fingerabdruck identifizieren. Dazu brauchen wir zunächst ein Stück Erbinformation (DNA). Da diese in alle Zellen jedes Tieres und jeder Pflanze enthalten ist, braucht man nur ein winziges Stück Gewebe – etwa so groß wie ein Stecknadelkopf. Das schneidest Du mit der Probenzange aus dem Probennahme-Kit aus dem Fisch oder dem Fischfilet aus. Damit die DNA nicht kaputt geht, musst Du die Fischprobe in einem Konservierungsmittel (eine durchsichtige Flüssigkeit, die RNA-later heißt) aufbewahren. Dieses findest Du auch im Untersuchungskit in kleinen Plastikgefäße, sogenante Eppendorf-Tubes. Ihr könnt maximal Proben von 5 verschiedenen Fischen einschicken, deshalb sind 5 Tubes im Kit.

Daneben sammelt ihr Informationen darüber, was für ein Fisch das ist, wo er gefangen wurde. Das sollte auf der Verpackung stehen oder Du kannst es beim Fischverkäufer erfragen. Mit dem Fischlineal messt ihr, wie groß der Fisch oder das Filet ist. Alle Daten tragt ihr in den Probenahmebogen ein. Anschließend schickt ihr die Tubes und Euren Probenahmebogen in dem Umschlag aus dem Kit an uns. Wenn die Post uns Deine Probe zugestellt hat, können wir damit beginnen die DNA aus der Fischprobe rauszuholen.

Phase 3:
Genetische Fingerabdrücke erstellen.

Wenn wir nach Ende der Probennahme Eure Proben bekommen haben, werden im Labor genetische Fingerabdrücke von uns erstellt.


Wie macht man einen genetischen Fingerabdruck?

1. DNA-Extraktion: Als erstes muss die DNA aus den Zellen in der Probe, die Du uns geschickt hast, herausgeholt werden. Das nennt man Extraktion. Danach wird sie mit Hilfe einer Chemikalie an eine feste Oberfläche gebunden. Dadurch kann man alles andere abwaschen und nur die DNA bleibt übrig, die dann in einem nächsten Schritt wieder von der Oberfläche gelöst und in eine Flüssigkeit getan wird. So kann man sie ziemlich lang aufbewahren, ohne dass sie kaputt geht.

2. DNA-Barcoding: Die DNA aller Tiere und Pflanzen besteht aus einer Abfolge von vier verschiedenen chemischen Molekülen (Basen genannt). Da diese Abfolge (also die Reihenfolge der Basen) für jedes Individuum einzigartig ist, kann man sie für eine eindeutige Erkennung benutzen. Sie ähnelt dem Strich- oder Barcode auf Verpackungen, daher der Name DNA-Barcoding. Gehören Tiere oder Pflanzen zu einer Art, ist die Abfolge in vielen Bereichen gleich, aber sie unterscheidet sich von der anderen Arten. So kann man also unterschiedliche Fischarten auseinanderhalten. Um die Abfolge der Basen festzustellen, nimmt man nicht die ganze DNA, sondern nur ein kleines Stück. Dieses Stück kann man mit molekularen Scheren (das sind auch Chemikalien; man kann sie nicht sehen) aus der DNA rausschneiden. Um die Basenabfolge lesen zu können, braucht man viele Kopien des Stücks. Die bekommt man mit einem chemischen Kopierverfahren, das PCR oder Polymerase-Kettenreaktion heißt. Die Reihenfolge der Basen von allen Kopien wird schließlich von einer Sequenziermaschine (die auch wieder ein spezielles chemisches Verfahren benutzt) gelesen. Am Ende haben wir auf dem Computerbildschirm die Basenabfolge für Deine Fischprobe, die wir dann mit einer großen Datenbank vergleichen können, die Basenabfolgen für alle Fischarten enthält.

Phase 4:
Daten-Auswertung.

Jetzt können wir herausfinden, wo Euer Fisch herkommt, ob er richtig etikettiert wurde und alt genug war, um gefangen zu werden. Die Ergebnisse findet Ihr ab Oktober auf dieser Website.


Was machen wir mit den genetischen Fingerabdrücken?

Wir vergleichen den genetische Fingerabdruck oder Barcode Deiner Fischprobe(n) mit allen anderen bekannten Fisch-Barcodes in einer Datenbank. Damit können wir herausfinden, ob Deine Fischprobe wirklich die Fischart ist, die Du dachtest. Außerdem können wir mit Hilfe der Barcodes gucken, in welchem Teil welchen Ozeans der Fisch gefangen wurde. Daraus kann man wiederum errechnen, wie weit der Fisch vom Fangort bis zu Dir transportiert wurde. Dadurch kann man ausrechnen, wie viel klimaschädliches CO2 bei diesem Transport entstanden ist.

Wozu brauchen wir die Fischgröße?

Wie Menschen auch, haben Fische in einem bestimmten Alter eine bestimmte Größe. Über die Länge die Du für Deinen Fische oder Dein Fischfilet gemessen hast, können wir deshalb herausfinden, wie alt der Fisch war, als er gefangen wurde. Das ist wichtig, weil Fische erst gefangen werden sollten, wenn sie schon geschlechtsreif sind. Warum? Nur wenn Fische Junge bekommen, bevor wir sie fangen und essen, können soviel Fische übrig bleiben, das man von nachhaltiger Fischerei sprechen kann - einer Fischerei, die nicht mehr fängt als nachwachsen kann.

Wozu brauchen wir die Informationen zum Fanggebiet und zur Fangmethode?

Genauso wie die Fischart, kann auch das Fanggebiet mit Hilfe des Barcodes überprüft werden und wir können herausfinden, ob die Angaben, die Du gefunden hast, korrekt waren. In manchen Fanggebieten sind manche Fischarten schon so selten, dass man sie dort nicht mehr fangen darf. Doch das Meer ist weit und groß. So können überprüfen, ob Fangbeschränkungen eingehalten wurden. Ähnlich ist es mit der Fangmethode: Manche Fangmethoden sind fischfreundlicher und ungefährlicher für Tiere, die man nicht fangen will als andere. Wir wollen schauen, ob die meisten Fische mit tierfreundlichen Methoden gefangen wurden oder nicht.

Wozu brauchen wir die Informationen zum Fanggebiet und zur Fangmethode?

Genauso wie die Fischart, kann auch das Fanggebiet mit Hilfe des Barcodes überprüft werden und wir können herausfinden, ob die Angaben, die Du gefunden hast, korrekt waren. In manchen Fanggebieten sind manche Fischarten schon so selten, dass man sie dort nicht mehr fangen darf. Doch das Meer ist weit und groß. So können überprüfen, ob Fangbeschränkungen eingehalten wurden. Ähnlich ist es mit der Fangmethode: Manche Fangmethoden sind fischfreundlicher und ungefährlicher für Tiere, die man nicht fangen will als andere. Wir wollen schauen, ob die meisten Fische mit tierfreundlichen Methoden gefangen wurden oder nicht.