Beifang – Wie viel fangen wir ungewollt?

Während die Welternährungsorganisation 2005 in einer Studie 7,3 Millionen Tonnen Beifang festgestellt hat, schätzt der WWF 2009, das weltweit 38,5 Millionen Tonnen Fisch ungeplant gefangen und zumeist wieder ins Meer geworfen wurden. Das wäre beinahe jeder zweite Fisch.

 

Wie kann man ungewollten Beifang reduzieren?

Schonende Fangtechniken

Aufgrund der bekannten negativen Auswirkungen der heute üblichen Fangmethoden wird von Ingenieuren und Wissenschaftlern intensiv an ihrer Verbesserung gearbeitet. Damit könnten wir in Zukunft Beifang reduzieren.

„International Smart Gear Competition" für alternative Fangmethoden

Gefördert wird die Entwicklung von Fangmethoden, die den Beifang reduzieren z.B. durch die International Smart Gear Competition. 2014 gewann das alternative Grundschleppnetz Freswind, dass vom Thünen Institut entwickelt wurde. Es erlaubt Plattfischen und kleinen Dorschen, das Netz durch Fluchtgitter wieder zu verlassen:

https://www.youtube.com/watch?v=kzBOXz2r0hE

Stellnetze mit Ultraschall schützen Schweinswale

Um zu verhindern, dass sich auch Schweinswale und Seevögel beim Tauchen in den im Wasser praktisch unsichtbaren Stellnetzen verfangen, haben das Thünen Institut Rostock zusammen mit dem zuständigen Ministerium und zwei Firmen das Warngerät PAL („Porpoise Alert") entwickelt. Am Netz befestigt sendet das PAL ultraschall-genau die Töne aus, die die Wale als Warnlauten verwenden. Dies hat gegenüber einfachen Störgeräuschen, sogenannte Pinger, den Vorteil, dass es Schweinswale nicht generell aus dem Gebiet des Stellnetzes vertreibt.

Verbot des Rückwurfes

Um auf die Fischerei politischen Einfluss zu nehmen, gilt in der Europäischen Union seit 2013 ein Rückwurfverbot für Beifang. Das bedeutet, einmal gefangene Fische dürfen nicht zurück ins Meer geworfen werden, sondern müssen angelandet werden. Dadurch soll ein Anreiz geschaffen werden, den Beifang zu verringern, denn diese Fische werden für die Fangquoten genauso mitgezählt, wie der eigentliche Fang. Streit gibt es derzeit darüber, wie viele der zurückgeworfenen Fische überleben würden. Bisher ging man nämlich davon aus, dass die allermeisten sterben.