Was passiert im Meer, wenn es keine Fische mehr gibt?

Wird in einem Fischbestand über längere Zeit mehr Fisch gefangen als nachwachsen kann, brechen die Bestände der betroffenen Fischarten zusammen. Doch ist das schlimm? Wie verändert sich das Ökosystem Meer dadurch?

Fischen wir das Nahrungsnetz hinunter?

Werden die Bestände der Speisefische überfischt, nehmen die großen Fische ab und die kleinen Fische zu. In der Ostsee gibt es heute zum Beispiel weniger Dorsch und dafür sehr viele Sprotten. Ein Teil dieser kleinen Fische frisst vor allem Flohkrebse und Meeresasseln. Fehlen diese, nehmen Feinalgen und Driftalgen, also der grüne „Schlunz" im Wasser zu. Ein anderer Teil frisst Plankton, d.h. zum einen die Fischlarven und zum anderen das Futter der Babyfische. In beiden Fällen kommt das Ökosystem Meer in einen neuen aber auch relativ stabilen Zustand, in dem nur noch der Teil des Nahrungsnetzes mit kleineren Tieren bestehen bleibt.

Werden auch die kleinen Fische im Übermaß gefangen, versetzen wir das Meer eine Art Urmeer ohne Fisch zurück, in dem Quallen wieder die Rolle der Fische übernehmen – So, wie es vor der Evolution der Fische vermutlich auch gewesen ist. Im dänischen Limfjord kann man das heute schon beobachten.