Wie geht es den Menschen dabei?

Viele Speisefischarten werden zur Zeit so intensiv befischt, dass sie nicht ausreichend Nachwuchs bekommen können. Doch noch ist es nicht zu spät: Die meisten Fischbestände würden sich nach Schätzungen von Experten in 3-5 Jahren ohne Fischerei erholen. Danach könnte man sogar mehr fangen als zuvor.

 

Warum hören wir nicht einfach auf, Fisch zu essen?

Fisch ist weltweit eine wichtige Nahrungsquelle für tierisches Eiweiß. Knapp jedes fünfte Gramm Eiweiß, dass Menschen essen, stammt aus Fischen. Gerade für ärmere Menschen in Küstenregionen und Menschen in nördlichen Ländern gibt es keine Alternative zur Eiweißquelle Fisch.

Länder in denen die Ernährung der Menschen besonders vom Fisch abhängig ist.

Prozentualer Anteil von Fisch am Konsum tierischer Proteine





Fisch als Nährstoffquelle

Fisch enthält eine Menge wichtiger und gesunder Inhaltsstoffe, die in anderen Lebensmitteln nur wenig oder gar nicht zu finden sind. Fische wie Lachs, Hering und Makrele sind z.B. reich an Omega-3 Fettsäuren, die unser Körper gar nicht selbst herstellen kann, die er aber dringend braucht. Sie beugen z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor.

Weitere Inhaltsstoffe, die in unserer Nahrung ansonsten sehr wenig vorkommen und an denen es uns oft mangelt, sind Selen, Taurin, Jod und Vitamin D. Selen soll zudem Krebs vorbeugen, Taurin ist wichtig für die Entgiftung des Körpers, Jod für die Bildung von Schilddrüsenhormonen und Vitamin D für den Knochenaufbau.

 

Warum können wir nicht einfach eine Fischfangpause einlegen?

Weltweit lebten 2006 laut Welternährungsorganisation knapp 35 Mio. Menschen von der Fischerei. Rechnet man die Aquakultur dazu, waren es sogar 44 Mio. Menschen. Das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung Deutschlands. Für viele Entwicklungsländer in Südamerika und Asien ist Fisch das wichtigste Exportgut, viel wichtiger als z.B. Kaffee oder Kakao.

Ein generelles Fischereiverbot würde viele Menschen in die Armut treiben und zu Mangelernährung und Hunger führen. Außerdem würde die illegale Fischerei weiter zunehmen, weil die Menschen gegen die Fischfangverbote verstoßen müssten, um zu überleben.
Auch bei uns würde ein Fangmoratorium von mehreren Jahren zum Verlust von Arbeitsplätzen bei Fischern und fischverarbeitender Industrie kommen. Zur Zeit leben in Deutschland 40.000 Menschen in der Fischerei selbst, in der Fischverarbeitung sowie in Handel und Gastronomie. 2012 wurden in Nord- und Ostsee ca. 190.000 t Fisch gefangen.
Insgesamt haben Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei zusammen zwar nur einen Anteil von 1% an der deutschen Wirtschaft, an den Küsten ist die Fischerei regional aber dennoch für viele Menschen wichtig.