Wie geht es den Fischen dabei?

Fische sterben, wenn sie gefangen werden. Doch es macht einen Unterschied, mit welcher Fangmethode dies geschieht. Ein großes Problem ist, dass Fische und Meerestiere im Netz landen, obwohl sie gar nicht gefangen werden sollten und dann trotzdem sterben müssen.

 

Wie werden die Fische gefangen?

Um Fische zu fangen, gibt es verschiedene Fangmethoden. Welche der Fischer auswählt, hängt davon ab, welche Art von Fischen gefangen werden soll und wo diese leben.

 

Fangmethoden für Fische, die auf oder knapp über dem Meeresboden leben (demersale Fische)

 

Fangmethode: Grundnetz

Fische wie Schollen, Dorsche, Sandaale und auch Garnelen werden z.B. in der Nordsee mit sogenannten Grundnetzen gefangen, die über den Meeresboden gezogen werden. Die im Wasser schwimmenden oder auf dem Boden liegenden Fische fliehen so lange vor der herannahenden Gefahr, bis sie sich erschöpft in das trichterförmige Netz fallen lassen und sich im „Steert" am Ende sammeln. Man unterscheidet z.B. Baumkurren, Dredgen und Scherbrett-Grundnetze.

Ihnen gemeinsam ist:

  • Dass der Meeresboden durch sie stark beschädigt bzw. regelrecht umgepflügt wird. Dadurch sterben auch viele auf dem Boden lebende Tiere wie Seesterne, Krebse, Seeigel und Jungfische.
  • Dass man mit dieser Fangmethode nicht nach Fischgröße selektieren kann und viele Fische und Meerestiere fängt, die man gar nicht fangen wollte. Das ist der sogenannte Beifang.

 

Fangmethode: Stellnetz

In der Ostsee sind Stellnetze eine verbreitete Fangmethode für in Bodennähe lebende Fische. Die Netze sind an einer bestimmten Position im Wasser verankert.
Durch große Maschenweiten kann man gut verhindern, dass sich kleine Fische verfangen. Allerdings sind die Netze im Wasser praktisch unsichtbar, sodass sich auch Schweinswale und Seevögel beim Tauchen in ihnen verfangen.

 

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  • Beifang – Wie viel fangen wir ungewollt?

Fangmethoden für pelagische Fische, die sich frei in der Wassersäule aufhalten.

 Hier sind Langleinen, Schleppnetze und Ringwaden die meist verbreiteten Fangmethoden.

 

Fangmethode: Langleine

Langleinen werden mit Bojen und Gewichten im Wasser gehalten. Durch Längen von mehr als 100 km hat die industrielle Hochseefischerei Thunfisch und Schwertfisch überfischt. Auch Makrelen, Heilbutt und Seehecht werden so gefangen. Beifang sind häufig Meeresschildkröten und Hochseevögel.

 

Fangmethode: Schleppnetz

Schleppnetze sind quasi große Netzbeutel, die hinter einem oder mehreren Schiffen hergezogen werden. Sehr variabel in der Größe, kann ihre Öffnung gigantische Ausmaße annehmen. Schwarmfische wie Hering, Sardine, Makrele oder Sprotte werden mit Schleppnetzen gefangen. Die Beifangrate ist hoch, weil die Maschen am Ende immer enger werden.

 

Fangmethode: Ringwade

Bei einer Ringwade wird das Netz mit einem Boot ringförmig um einen Fischschwarm gezogen, den man vorher mit Echolot geortet hat. Danach wird das Netz zugezogen. Thunfische wie Bonito und Gelbflossenthun werden so gefangen. Im tropischen Ostpazifik findet man Delphinschulen sehr häufig zusammen mit Thunfischschwärmen. Bis in die 90er Jahre wurden deshalb auch extrem viele Delphine mitgefangen. Heute gibt es weniger Beifang, aber die Delphinbestände im Ostatlantik haben sich bisher nicht wieder erholt.

 

Fischsammler sind künstliche Plattformen auf der Meeresoberfläche. Unter diesen sammeln sich im offenen tropischen Ozean Thunfische, aber auch Haie und Meeresschildkröten, die im Schatten Schutz suchen. Eine Ringwade wird um die eine schwimmende Plattform ausgelegt und zugezogen. Damit werden alle Tiere gemeinsam aus dem Wasser gezogen. Dadurch kommt es zu großen Mengen an Beifang. Ungefähr ein Drittel der Thunfische werden so gefangen. Gerade ihre noch nicht geschlechtsreifen Jungtiere werde hier oft mitgefangen, so dass die Bestände immer kleiner werden.